← Alle Artikel

Blog

Zollreform 2026: Warum sich Ware aus Asien im EU-Lager jetzt lohnt

Die 150-€-Zollfreigrenze ist weg, ab November soll eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr kommen. Was das für den Direktversand aus Asien bedeutet und warum Ware im EU-Lager jetzt im Vorteil ist.

Containerschiff im Hafen aus der Luft

Lange konnten Händler aus China und anderen Drittstaaten günstige Ware einzeln und zollfrei an Kunden in der EU schicken. Damit ist Schluss. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es die Zollfreigrenze von 150 € nicht mehr, und ab November soll eine zweite Gebühr dazukommen. Für Händler, die ihre Ware in der EU lagern, ist das eine gute Nachricht.

Was sich seit Juli geändert hat

Für Kleinsendungen bis 150 € aus Nicht-EU-Ländern fällt jetzt eine pauschale Zollgebühr von 3 € an. Sie wird nicht pro Paket berechnet, sondern pro Warenposition, also pro Warenkategorie im Paket. Ein Paket mit drei verschiedenen Artikelarten kann damit 9 € kosten. Die Pauschale ist bis zum 1. Juli 2028 befristet.

Bei sehr günstigen Produkten macht das einen großen Unterschied: Je nach Warenwert kann der Preis laut t3n um 30 bis 75 % steigen.

Was ab November dazukommen soll

Die EU plant zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 2 € je Warenposition für Fernverkäufe aus Drittstaaten. Geplanter Start ist der 1. November 2026. Endgültig beschlossen ist sie aber noch nicht, Parlament und Rat prüfen die Verordnung noch.

Wichtig sind drei Punkte:

  • Die Gebühr zahlt der Anmelder, also meist die Plattform oder der Händler, nicht der Kunde.
  • Sie gilt auch für Sendungen über 150 €.
  • Sie wird bei Rücksendungen nicht erstattet.

Zusammen mit der Zollpauschale kommen so pro Warenposition schnell 5 € zusammen.

Containerschiff mit bunten Containern unter Hafenkränen

Wie die großen Plattformen reagieren

Die großen Anbieter stellen ihre Lieferketten bereits um. Laut DHL führen einige ihre Ware inzwischen in größeren Sammelsendungen ein, verzollen sie regulär und verteilen sie danach aus europäischen Lagern, etwa in Polen oder Tschechien. Shein meldete für das erste Quartal 2026 einen Verlust und nannte höhere Logistik- und Handelskosten als einen der Gründe.

Der Preisabstand zwischen Billigware aus Asien und Händlern mit Lager in der EU wird also kleiner.

Was das für dich als Händler bedeutet

Wenn du deine Ware selbst in Asien einkaufst, lohnt sich ein genauer Blick auf deine Lieferkette:

  1. Kalkulation prüfen: Rechne aus, was dich der Einzelversand aus Asien mit Zollpauschale und Bearbeitungsgebühr pro Bestellung kostet.
  2. Gebündelt importieren: Statt vieler kleiner Pakete kommt die Ware als Sammelsendung oder im Container. Sie wird einmal regulär verzollt und dann aus Deutschland versendet.
  3. Lieferzeit als Vorteil nutzen: Ware aus einem deutschen Lager ist in der Regel deutlich schneller beim Kunden als ein Paket aus Asien.
  4. Zoll von Profis klären lassen: Die Verzollung übernimmt meist dein Spediteur oder ein Zolldienstleister. Kläre mit ihm, welche Abgaben für deine Ware anfallen.

So unterstützt dich FulFy

Wir nehmen deine Ware auch als ganzen 20- oder 40-Fuß-Container an, lagern sie in Neumünster ein und versenden deine Bestellungen in Deutschland und ins europäische Ausland. Wenn du überlegst, deine Ware künftig in der EU zu lagern, lass uns gemeinsam schauen, was für deinen Shop passt.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen Überblick zum Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Zoll- oder Rechtsberatung.

Quellen

Lass uns über deinen Shop sprechen.

In einem kurzen Gespräch schauen wir, wie wir dich bei Lagerung, Versand und Amazon entlasten können. Unverbindlich und persönlich.